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Dienstag, 1. September 2015

Retrospektive August

Das wars! Der Sommer ist nun meteorologisch vorüber und weil es so oft schön war, mag ich meinen August in Instagrambildern mit euch teilen. 

Die meiste Zeit nicht drinnen verbracht und doch ein, zwei schöne Momente festgehalten.
DIY vin hier - Pfirsich-Melba-Wasser als Abwechselung zum vielen Kaffee - Hörspiel genießen - Trödelfunde begießen
Winnetou und Co. bestaunt - Lübecks Innenstadt genossen - Auszeitmoment in Dänemark - Dörfliche Freudengefühle
Sommer dürfen auch mal grau sein - Kieler Förde mal vier

Salzwiesen, die den Herbst ankündigen - Davor aber Sommer im Viertel - Sonnentage am schönsten See der Umgebung - Felder im Sommerregen
Der schweifende Blick im Garten beschenkt mit schönen Blüten - Hortensien zur Zierde des Masterthesiskonzepts and der Wand (Kanne vom Trödel, nicht von Ikea!) - Sukkulentenfortpflanzung - Lupinenschönheiten im Gartenparadies
Dänischer, brennender Himmel - Kieler Armageddonhimmel - Kieler Sommerhimmel - Sonnenuntergänge die in den Gedanken bleiben
Sommer am Meer mit ein wenig Brise - Ganz ruhig in der Hitze schwelend- von Booten besetzt - mit Sehnsucht unterlegt
Sonnenuntergänge, die manchmal unter die Haut gehen können und zum Innehalten anregen
Voller Vorfreude auf einen spätsommerlichen Herbst und alles was noch kommen mag, sag ich "Moin September!".

Habt es schön!

Mittwoch, 26. August 2015

Vermehret euch!

Über viele Jahre aus dem Wohnraum verbannt, feiern Zimmerpflanzen ihr großes Comeback. Lange Zeit versucht drumrum zu kommen, kam dann mit der ersten Pflanze auch schon die nächste. Wobei ich ehrlich sein muss, dass pflegeleichte Sukkulenten nun nicht der klassischen Grünpflanze - Assoziationen von staubigem Ficus Benjamini machen sich breit - entsprechen. Mit dem Wunsch einer schönen grünen Familie zermaterte ich mir den Kopf, wie man günstig an die kleinen Schönheiten kommt, ganz ohne große Ausgaben beim Floristen oder im Gartenfachmarkt. 
 
Nun da das Internet und vor allem Pinterest ja quasi in jeder Not einen Tipp haben, fing ich an ein paar der fleischigen Blätter aus dem unteren Bereich abzuknipsen, zwei Tage unbeachtet auf der Fensterbank liegen zu lassen, damit die Schnittfläche, die wie eine Wunde ist, antrocknen kann und sie dann zu anderen Sukkulenten mit in den Topf zu legen. Die Blätter brauchen nur den Kontakt zum Substrat (Erde˗Sand˗Gemisch) und müssen nicht irgendwie in die Erde gesteckt werden. Achtet am besten darauf Erde von den Blättern zu entfernen, falls beim Gießen mal ein wenig davon aufgeschwemmt wurde. Man kann auch einfach viele Sukkulentenblätter in eine flache, mit Substrat gefüllte Schale legen, sie regelmäßig gießen und hat dann quasi eine richtig kleine Zucht.  
Anfangs dachte ich, die Mühe sei vergebens, doch man wird nach einer (gar nicht so langen Weile) mit wunderhübschen Babysukkulentenblüten beschenkt. Wenn die Wurzeln stark genug wirken, pflanze ich sie einfach um.
Für manche Menschen mag es verrückt klingen, aber die kleinsten fleischigen Miniblätter wirken wie pures Serotonin und machen wahnsinnig gärtnerglücklich.

Habt einen schönen Tag!

Mittwoch, 19. August 2015

Willkommen in Deutschland!*

Dieser Blog stellt einen Ausgleich zu meinem politisch-wissenschaftlichen Alltag dar, doch es gibt diesen Moment da du aufstehen und schreien musst, jede "schöne" Blogfassade nicht mehr gilt. Die unzähligen Ressentiments dieser Tage sind nicht zu ertragen, die Taten und Untaten mancher Menschen unfassbar. Schreie ertrinkender Menschen und den Bombenhagel syrischer, jemenitischer, nigerianischer oder vieler anderer, von bewaffneten Konflikten gebeutelten Städte wünsche ich den Ungläubigen in ihre Köpfe, wie einen akuten Tinnitus. 

Meine eigene Geschichte ist weit entfernt von Flucht, Krieg, Angst und Unsicherheit. Doch mittlerweile weiß ich, dass mich eine Begegnung sehr geprägt hat und jeder etwas tun kann, ob mit einer gesunden Einstellung zu Flucht und Vertreibung oder direkt vor Ort. Nur so können die Pauschalisierungen und Mauern in den Köpfen durchbrochen werden.

In meiner Kindheit zog eine Mutter mit drei Kindern in ein leerstehendes Gebäude des alten Krankenhauses im Dorf. Sie war aus dem Sudan geflohen und hatte es - auch ohne ihren Mann - geschafft mit den Söhnen und der Tochter nach Deutschland zu gelangen. In einem konservativen norddeutschen Dorf war man als Afrikaner nicht so gern gesehen, so der allgemeine Tenor. Doch ich erinnere mich daran, dass schon in den ersten Tagen meine Mutter ganz selbstverständlich zum Begrüßungsbesuch zu den neuen Nachbarn ging und Geschenke mitbrachte. Natürlich war die Kommunikation schwierig, doch mit jedem Tag, jedem Spiel und jedem Lachen wurde es einfacher miteinander und ich wurde mit der Zeit zu einer Art viertem Kind.

Man zeigte mir, dass Unterstützung in Form von Hilfe, Herz und Hirn ganz selbstverständlich in Freundschaft und Sicherheit münden kann. Barrieren als Schutz vor dem Fremden waren unnötig. Als der Vater es endlich nach Deutschland schaffte, wunderte ich mich nicht über die fehlenden Finger an seiner rechten Hand und erst Jahre später wurde mir mit der ganzen Geschichte ihrer Flucht klar, mit welcher Grausamkeit Geflüchtete oft schon im Kindesalter konfrontiert werden. Die kindliche Nähe und vielleicht auch Naivität zur Flucht, die entstandenen Freundschaften und die Selbstverständlichkeit des Willkommenheißens prägen mich bis heute, sind Teil meiner Werte und Moral - ein richtiger "Gutmensch" also. Würg!
Viele Jahre ist das nun her, aber Ende des letzten Jahres schnürte sich mein Hals endgültig zu bei den Berichten über Konflikte im Nahen Osten (und nicht nur dort), Giftgasangriffe und ertrinkende Menschen auf dem Mittelmeer. So manches Mal hätte ich gern meinen Rucksack genommen und wäre einfach weggefahren, dorthin wo man anpacken kann. Hätte, wäre, könnte. Aber ich begann mich umzuhören und erhielt immer mehr Informationen zu Möglichkeiten sich zu engagieren. Der Kieler Flüchtlingsrat, das nettekieler Ehrenamtsbüro und auch das Rathaus erteilten rege Auskunft. Mich zog es dann zu einer Willkommensinitiative, die in Zusammenarbeit mit dem christlichen Verein, der für die Ausstattung der Unterkünfte zuständig ist, der Zentralen Beratungsund Bildungsstelle für Migrantinnen und Migranten e.V. (ZBBS mit wirklich nützlichen Projekten) als "Sprachlernrohr" und vielen Helferinnen und Helfern der Zivilgesellschaft wie selbstverständlich die Ankunft der Geflüchteten vorbereitete. Das ganze wurde gemeinsam mit Geflüchteten organisiert, die im letzten Jahr nach Kiel kamen. 

Willkommenstüten mit Lebensmitteln für die ersten Tage, während denen Bürokratie an der Tagesordnung steht und keine Zeit für Einkäufe bleibt, Willkommensabende mit syrischen Leckereien und erste Spaziergänge in der neuen Umgebung gehörten dazu. Doch mit der Ankunft der ersten 100 Menschen kamen neue Aufgaben hinzu, denn anders als vermutet und angekündigt kamen nicht nur "die jungen Bengels und Sozialschmarotzer", wie ich neulich so schön zu hören bekam, sondern junge Frauen, alte Damen, Schwangere, Kinder, Jugendliche, Babys und Menschen mit geistiger Behinderung und Hörschädigung. Die Hilfe bei der Ausstattung mit dem Nötigsten, Arztbesuche und der Aufbau einer nachhaltigen Struktur durch Sprachkurse [die während des laufenden Asylantrags, mitunter bis zu vier Jahre, nicht bezahlt werden. Integrationsverweigerung und so ;)], Fahrradwerkstatt, Solidaritätsmitgliedschaften im Sportverein und Nähkurse. Es geht immer weiter und es werden immer helfende, aber auch gebende Hände benötigt.
Ich möchte euch ermutigen aufzustehen, hinzugehen und die Menschen willkommen zu heißen, zu helfen, zuzuhören und unsere deutsche Geschichte nicht zu vergessen - auch die Fluchtschicksale der DDR nicht. Es wird zwar nichts an den Fluchtursachen ändern, aber wir können Menschen dabei helfen mit ihrem Schicksal umzugehen.

Wie kann ich in Kiel helfen? Was kann ich tun?
  • Die Stadt Kiel bietet eine gute Übersicht über Möglichkeiten sich zu engagieren.
  • Viele inspirierende Kieler Projekte werden bei Funkenzeit vorgestellt.  
  • Das Glückslokal in der Alten Mu nimmt gern Kleidung und Alltagsgegenstände entgegen, die speziell an die Geflüchteten in Kiel geht (sagt dann einfach, dass es für Geflüchtete sein soll).
  • Was ganz aktuell benötigt wird, findet ihr z.B. in der Facebookgruppe WillkommensInitiative Kiel Friedrichsort.  
  • Wem das alles zu anstrengend ist, kann sich gern bei mir melden, da ich selbst sammel (Kleidung für Männer in Größe M, Frauen, Kinder, Babys, Schuhe, Stoffe und Wolle, Fahrräder, Haushaltsgegenstände, Schreibwaren, Hygieneprodukte) und regelmäßig in der Unterkunft vorbeikomme.
  • Am 29.& 30.08 findet das Festival am kleinen Strand in Kiel Friedrichsort statt. In diesem Rahmen gibt es auf dem (nebenbei sehr sehenswerten) MFG5-Gelände ein Willkommensfest am Sonntag geben!
  • Überall anders: Ruft im Rathaus an, erkundigt euch beim DRK in eurer Region oder auch bei der Kirche. Man hilft euch sicher gern weiter.
Viele andere engagierte Bloggerinnen und Blogger findet ihr mit ganz individuellen Blickwinkeln gesammelt von Minza!

*Willkommen in Deutschland - Die toten Hosen

Montag, 17. August 2015

Der Moment in dem dir ein Licht aufgeht - {Machen, nicht pinnen}

In den letzten Monaten hat das Trödelfieber bei uns wieder zugeschlagen. Herr Freund als Audiophiler ist im Zeichen von Plattenspieler und Vinyls unterwegs, mich treibt das ein oder andere schöne Stück für die Wohnung zum exzessiven Handeln. Bei einem Hinterhoftrödler lag dann vor einigen Wochen eine alte Werkstattlampe (oder Handleuchte), wie sie derzeit auf vielen Wohnblogs zu sehen ist. Der Händler und seine Preise waren mir noch unbekannt, doch als Herr Freund die Initiative ergriff und ich schon längst zwischen anderen Möbeln und Kartons verschwunden war, verblüffte der Spottpreis von 1€ doch. Doch dann fristete sie ihr Dasein auf der Fensterbank. Ein, zwei Mal wurde der Stecker eingesteckt, so ohne Schalter doch ein wenig "unbequem" zur dauerhaften Nutzung.
Während ich mich allerdings am vergangenen Wochenende an ein DIY für einen Lampenschirm versuchte und kläglich scheiterte, wurde mir flugs die Lampenaufhängung vom Möbelschweden (SEKOND für 5€) entwendet und die Werkstattlampe mit Schraubenzieher, Kneifzange und Schrumpfschlauch bearbeitet - als Inspiration diente dieser Pin. Eine halbe Stunde später baumelte die Lampe von der Decke und beleuchtet seitdem das Wohnzimmer des Audiophilen, dank eines klitzekleinen Kabelwechsels (bitte macht es nur, wenn ihr euch mit Elektrik gut auskennt oder fragt den befreundeten Elektriker).
Perfekt, sagt die Glühlampe!
Mit diesem quasi Gast-DIY bin ich auch in diesem Monat bei Annes und Evas {Machen, nicht pinnen}-Aktion dabei (ich hab ja schließlich beim Halten, Schrauben und Zusammenbau geholfen! ;)) und bin immer wieder begeistert von den vielen Macher*innen!

Macht es gut da draußen!

Dienstag, 11. August 2015

Von Cowboys und Indianern

Ob ich jemals bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg war, konnte ich so schnell nicht beantworten als mich Herr Freund fragte. Klar erinnere ich mich an Wild-West-Dörfer und knallende Knarren, um ehrlich zu sein könnten das aber auch Erinnerungen aus x-beliebigen Freizeitparks sein. So ganz meins war das alles nie wirklich. Nun ja, es stand der Geburtstag von Herrn Freund an und neben einem Mini-Akkuschrauber (den ich am liebsten selbst behalten hätte!) sollten die besagten Karl-May-Spiele besucht werden. Die brütende Hitze des Tages hätte passender nicht sein können und heizte selbst am späten Abend noch die Kalkbergarena, eine Freilichtbühne, ein.

Zum Glück kann ich hier ehrlich sein, denn so wirklich begeistert war ich von dem Besuch einer Gauner- und Indianervorführung im Vorfeld nicht. Doch man muss sagen, dass die Geschichte "Im Tal des Todes" und das gesamte Ensemble wirklich gut sind - inklusive Gänsehaut beim ersten Auftritt von Winnetou. Und wer kann bei Jan Sosniok und Ralf Bauer (auf dem Pferd mindestens genauso sexy wie auf dem Surfbrett) schon still sitzen bleiben? Noch dazu die vielen Effekte und eine Location, die perfekter nicht hätte sein können. Auffällig war für uns nur, dass so viele sehr kleine Kinder die Abendvorstellung besuchten und das Geschrei (ausgelöst durch Lautstärke, Geknalle, Feuerbälle) doch so manche Szene übertönte. Ich würde fiktive eigene Kinder wohl erst ab dem Schulalter zu einem Besuch mitnehmen ;)
Da das gesamte Gelände für die Festspiele zu einer Stadt des Wilden Westens umgebaut wird, lässt sich vor und nach der Vorstellung noch vieles erleben, z.B. Goldschürfen oder ein Aufstieg auf den Kalkberg mit Blick über die Arena und die gesamte Umgebung.
Informationen zu den Festspielen findet ihr auf der Veranstalterseite. Falls es euch bis September noch ins Tal des Todes verschlagen sollte, packt euch ruhig Sitzkissen und ein wenig Verpflegung ein, denn vor Ort wird man gut und gern ein kleines Vermögen dafür los :)

Habt es schön da draußen!

Samstag, 1. August 2015

Retrospektivblick Juli

Kurz durchs Blogarchiv gescrollt und festgestellt, dass es im letzten Juli ganz ähnlich war. Viel Zeit mit den liebsten Menschen, ein wenig Regen und viel Sommersonnenfreude. In diesen Juli nur leicht verändert und mit weniger Sonne, dafür aber genauso wenig zu missen wie der letzte Sommer. Lasst euch kurz durch den vergangenen Juli treiben und genießt was kommt im letzten Sommermonat August! 
Am Meer, da wo Glück ganz oft sehr schnell und mit einem Glucksen aus einem rausspringt..
Das Lebenselixier an heißen Tagen auf Eis, an kalten nach allerfeinstem Standard, aber immer auch mit Herzmenschen.
Drinnen und draußen im Wechsel, mit dem Draußenblick in die "Nachbarschaft" und einem in die Lübecker Altstadt.
Die Natur immer wieder ausgiebig genossen, dabei neue und unbekannte Winkel entdeckt.
Sommerblumen überall und eine Weihnachtspflanze, die nicht verstanden hat, dass es doch eigentlich Sommer ist.
Tage voller Juligefühle. Auf dem Schiff im Sonnenschein, am Meer mit Fischbrötchen und Bier oder bei lauwarmem Sommerniesel und Meeresgrau.
 
In diesem Sinne wünsche ich euch lieben Menschen da draußen ein wundervolles Wochenende und einen fantastischen August!